Georges Rouzeau - 10-05-2012
Aus einem ehemaligen königlichen Jagdrevier wurde ein geschütztes Fleckchen Natur mitten in Stockholm. Radfahren, joggen, entspannen und sogar etwas Kultur: Auf der Insel Djurgarden ist erlaubt, was gefällt.
Die Insel Djurgarden, einst königliches Jagdrevier und heute ein sorgfältig geschützter Stadtpark, ist so etwas wie die grüne Lunge von Stockholm, vergleichbar mit dem Bois de Boulogne in Paris, aber noch sehr viel schöner: 279 Hektar und nur 800 Einwohner. Sie besteht aus zwei Teilen. Im Westen, d.h. dem der Innenstadt zugewandten Teil, befinden sich sehr schön gepflegte öffentliche Parks und Gärten, viele Restaurants (darunter die Villa Godthem von Danyel Couet), der Vergnügungspark Gröna Lund, das Vasa-Museum, in dem das einzige noch intakte Schiff aus dem 17. Jh. ausgestellt ist, das Skansen, ein riesiges Freiluftmuseum für Volkskultur, ein Hafen sowie Werften (gelegen auf der Insel Beckholmen, die mit Djurgarden über eine Brücke verbunden ist).
Auf dem östlichen Teil von Djurgarden, der tief in die Bucht von Stockholm hineinragt, stehen traditionellere Baudenkmäler. So auch Waldemarsudde, die Residenz von Prinz Eugen (1865-1947), der sich der Malerei verschrieben hatte, und Schloss Rosendal, das für den ehemaligen Soldaten des französischen Königs Jean-Baptiste Bernadotte errichte wurde, der später unter dem Namen Karl XIV. Johann zum König von Schweden und Norwegen gekrönt wurde. Wenn man mit dem Rad am Ufer entlang fährt (bei weitem die beste Art und Weise, die Insel zu erkunden), stößt man außerdem auf ein par schöne klassizistische Villen, die schwedischen Banken oder einflussreichen Stockholmer Familien gehören.
Djurgarden, das sind auch stille Wege, Wälder und vogelreiche Sümpfe. Kurz: eine bukolische Atmosphäre nur zehn Minuten mit dem Fahrrad von der Innenstadt entfernt. Deshalb sollte jeder Besuch in Stockholm auch einmal auf die Insel Djurgarden führen.
Praktische Hinweise
Essen gehen
Rosendals Trädgård
Neben dem gleichnamigen Schloss wird in den Rosendal-Gewächshäusern das vor Ort und biologisch angebaute Obst und Gemüse zu leckeren Quiches, Salaten und Kuchen (aus dem Holzofen) verarbeitet, die man in einem großen, von Lauben beschatteten Garten zu sich nehmen kann. Der Obstgarten voller alter Apfelbäume, die um das Jahr 1860 gepflanzt wurden, ist ein beliebter Treffpunkt der Stockholmer, ebenso wie der Rosengarten. Außerdem werden hier regelmäßig Kurse, Vorträge und Ausstellungen zum Thema Ökologie und Umwelt organisiert.
Übernachten
Auf der kleinen Insel Skeppsholmen, die unmittelbar vor der Stadt wie eine Vorhut in der Ostsee liegt, befindet sich das gleichnamige Hotel, untergebracht in zwei ehemaligen Kasernen. Außen klassische Architektur, innen ausgesuchtes Design, und dazu eine wunderbare grüne Terrasse, die von der Meeresbrise erfrischt wird. Man frühstückt umgeben von Lach- und Silbermöwen. Abends genießt man hier die einzigartige Lage, beim Essen oder auch nur bei einem Drink. Das Ganze liegt nur 10 Minuten vom Stadtzentrum und vom Restaurant F12 entfernt. Um auf die Insel Djurgarden zu gelangen kann man direkt vor dem Hotel eine der Fähren besteigen, die täglich dorthin fahren.
Hotel Skeppsholmen
Gröna gången 1, P.O. Box 1616, SE-111 86 Stockholm
Tel: +46 8 407 23 00
Offizielle schwedische Tourismuswebsite