MICHELIN Reisen

Home > > > > > > Urlaub in Griechenland: Jetzt oder nie? Athen

Restaurant in der Nähe von

Alle Restaurants anzeigen Athen

Urlaub in Griechenland: Jetzt oder nie?

Urlaub in Griechenland: Jetzt oder nie?

Marie Lecocq - 20-07-2012

Ein Streifzug durch die Kykladen, eine Rundreise zu den legendären Ausgrabungsstätten des Peloponnes: Wer hat noch nie davon geträumt, einmal in Griechenland Urlaub zu machen? Warum also nicht jetzt, wo nicht nur das türkisfarbene Wasser der Ägäis, sondern vielleicht auch so manches Schnäppchen die Touristen erwartet.

 
Im Land der Götter des Olymps ist man in diesen Krisenzeiten versucht, sich zu fragen, ob die Touristensaison nicht auch im Begriff ist, zu einem Mythos zu werden. Athen verzeichnete einen spektakulären Rückgang der Besucherzahlen: Im Frühjahr erreichte die Hotelauslastung in Athen verglichen zu anderen europäischen Hauptstädten einen Rekord-Tiefstand. Nach 18 Hotelschließungen 2011 mussten seit Januar 2012 weitere Häuser den Betrieb einstellen, darunter das prestigeträchtige Athens Imperial, geschlossen wegen „mangelnder touristischer Perspektiven“.
 
Keine leichte Zeit fürs Gewerbe
Jorgos, der in dem sehr touristischen Athener Stadtteil Monastiraki einen Souvlaki-Imbiss besitzt, verzeichnete einen Umsatzrückgang von 60 %. „Es sind vor allem die Griechen, die ausbleiben. Ausländische Kunden sind nach wie vor da, aber sie geben wenig Geld aus. Sie bestellen zum Beispiel nur ein Gericht und kein Getränk dazu“, berichtet er. Auf den Kykladen ist die Stimmung auch nicht viel optimistischer. Auf Paros, einer der meistbesuchten Inseln der Kykladen, betreibt Maria ein Kleidergeschäft. Obwohl viele Franzosen, Deutsche und Italiener da sind, sind die Geschäfte, wenn man von den Supermärkten einmal absieht, leer. „Die Touristen haben ein knappes Budget“, so Maria. „Sie gehen selten ins Restaurant oder einfach nur ein Glas trinken. In einem Jahr haben wir rund 70 % unserer Kundschaft verloren.“
 
Private Initiativen
War die griechische Regierung nicht reaktiv genug? Für Leonidas Adonopoulous, verantwortlich für Entwicklung und Investition beim Ministerium für Tourismus und Kultur, kommen hier mehrere Aspekte zusammen. Der politische Kontext hat ein effizientes Management der Touristensaison unmöglich gemacht. Hinzu kommt, dass die Medien den Touristen und Reiseveranstaltern Angst gemacht haben. Alle warten ab, um zu sehen, wie es weiter geht.“ Dieses Misstrauen überträgt sich auch auf die klassischen Reisebüros, die ihren Kunden zum Teil sogar von einem Aufenthalt in der griechischen Hauptstadt abraten. Da sie vom Staat keine Hilfe zu erwarten haben, bemühen sich die Akteure der Tourismusbranche, der Krise mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu begegnen. Der Flughafen Elefthérios-Venizélos führte zu Beginn des Jahres Athens Spotlighted ein, eine Karte, mit der man 20 % Rabatt in den Museen der Stadt bekommt und von Vorzugsangeboten einer Reihe von Restaurants und Geschäften profitieren kann. Sie wird vom Bodenpersonal des Flughafens an der Gepäckausgabe verteilt.
 
All inclusive?
Wie gewohnt haben die Internet-Reiseveranstalter als erste reagiert, mit den gängigen All-inclusive-Angeboten für griechische Reiseziele zu Schnäppchenpreisen. In den klassischen Reisebüros hat sich das Katalog-Angebot verglichen zum Jahr 2011 nicht grundlegend geändert und richtig interessante Schnäppchen sind nur kurzfristig zu machen, in den drei Wochen vor der geplanten Reise. Nach den schlechten Betriebsergebnissen des Jahres 2011 mit einhergehendem Preisverfall ist es für die Branche schwierig, die Preise, die bereits auf einem Tiefstand sind, noch weiter zu senken. Glaubt man Nikos, der auf Lefkada an der ionischen Küste Segeljachten vermietet, zögern Händler und Gastwirte vor Ort jedenfalls nicht, „ihren Kunden auch mal ein kleines Extra anzubieten. Einen kleinen Snack zum Getränk, zum Beispiel.“ Die Situation mag die Griechen zwar an den Rand der Verzweifelung treiben, ihrer legendären Gastfreundlichkeit jedoch tut das offenbar keinen Abbruch. Also auf nach Griechenland? Ja, in finanzieller Hinsicht kann das im Moment schon interessant sein, wenn man sich die Mühe macht, ein wenig zu suchen. In menschlicher ist es das auf jeden Fall. Und die Griechen sind fest entschlossen, sich ihre Touristen zurückzuerobern … und zwar mit einem Lächeln.
 
 
Praktische Hinweise
Touristische Informationen: www.visitgreece.gr
Karte „Athens Spotlighted“ des Athener Flughafens Elefthérios-Venizélos:
 

Seitenanfang