Aigues-Mortes
Was anschauen, was tun?
Ihren Aufenthalt planen
Wochenende in Aigues-Mortes :
Nahegelegene Sehenswürdigkeiten
Hotels in der Umgebung
-
Les Remparts ab105 €
Buchen -
LOGIS Hôtel Chez Carrière ab70 €
Buchen -
Hôtel Saint Louis ab90 €
Buchen
Restaurant in der Nähe von
-
Les Arcades
Cotation :
Type de cuisine : traditionell -
La Table
Cotation :
Type de cuisine : modern -
St-Louis
Cotation :
Type de cuisine : provenzalisch
Wochenende in Aigues-Mortes
Wochenende in Aigues-Mortes
Georges Rouzeau - 13-07-2012
Die mittelalterliche Stadt Aigues-Mortes, Wahlheimat vieler Künstler auf der Suche nach Inspiration, ist ein idealer Ausgangspunkt für Streifzüge durch die Petite Camargue, zwischen Vögeln, Stieren und Pferden.
Lang lebe Aigues-Mortes
Lassen Sie sich vom Namen nicht täuschen. Aigues-Mortes bedeutet zwar „tote Wasser“ – aquae mortuae auf lateinisch –, ist jedoch ansonsten ein sehr lebendiger Ort, der mit Erfolg dem Schicksal der reinen Museumsstadt entronnen ist. Aigues-Mortes besitzt einen festen Einwohnerstamm, ein paar Läden und Geschäfte und zieht nach wie vor Künstler an (die sich hier niederlassen) sowie Nachtschwärmer (angelockt insbesondere von einer Bar mit 200 verschiedenen Biersorten) und Gays, die sich bereits in den 1960er Jahren in einem legendären Club im Hinterland trafen, wo auch der Pariser Jetset und sogar Alain Delon verkehrten. Man findet hier ein wunderbares Hotel-Restaurant mit dem sicher besten Frühstück der gesamten Region Languedoc-Roussillon (Villa Mazarin), eine gute Buchhandlung (so etwas wird heutzutage leider immer seltener), einen Fish-Pedicure-Laden (Hilfe!) und eine ausgezeichnete Bäckerei (Olmeda), in der noch die traditionelle Fougasse gebacken wird. Heute schätzen viele diese erstaunliche Stadt, die wie ein steinernes Schiff irgendwo zwischen Land und Meer, Strand und Weinberg, weißem Salz und blauem Himmel gestrandet ist. Und tatsächlich ist die Atmosphäre hier unvergleichlich.
Wo einst die Kreuzfahrer in See stachen …
Erzählen wir kurz von den Anfängen: 1240 rief Papst Innozenz IV. zum Kreuzzug auf und Ludwig IX., der spätere Ludwig der Heilige, folgte dem Aufruf. Das einzige Problem war, dass das Königreich Frankreich zu diesem Zeitpunkt noch keinen Hafen zur Verschiffung der Kreuzfahrer besaß – den Süden Frankreichs teilten sich damals noch das Heilige Römische Reich und die Könige von Aragon. Also tauschte der König Ländereien um Sommières gegen ein Stück übelriechenden Sumpf an der Küste ein, wo bis dahin nur ein paar arme Schlucker in Schilfhütten von Fischfang und Salzsammeln lebten. Die Arbeiten begannen: der Bau der Tour Carbonnières einige Kilometer im Landesinneren, um die zukünftige Stadt zu schützen, sowie der Tour de Constance und des angrenzenden Hafens.
Der seit 1903 unter Denkmalschutz stehende Wehrturm Tour de Constance, errichtet dort, wo sich einst die unter Karl dem Großen gebaute Tour Matafère erhob, ist Teil einer Befestigungsanlage, die auf 1.634 Metern Länge von 20 Türmen flankiert wird. Fertig gestellt wurde diese in weniger als 50 Jahren dank Philipp dem Kühnen, Sohn Ludwigs des Heiligen, der damit dem Wunsch seines Vaters Folge leistete. Bekannt ist die Tour de Constance vor allem als Frauengefängnis während der Hugenottenkriege zwischen 1685 und 1768. Die berühmteste Insassin, Marie Durand, wurde im Alter von nur 18 Jahren hier inhaftiert und saß insgesamt 38 Jahre unter menschenunwürdigen Bedingungen dort ein, ohne je ihrem Glauben abzuschwören.
Aigues-Mortes war in der Folge über mehrere Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Handelshafen, wurde jedoch von Marseille abgelöst, als die Provence 1481 an das Königreich Frankreich angeschlossen wurde. Die Berufung zur Hafenstadt ging also baden, was den bewundernswerten Zustand der Befestigungsanlage erklärt. Jetzt, nachdem sich das Meer zurückgezogen hat und Friede an Frankreichs Küsten herrscht, hat Aigues-Mortes etwas Surrealistisches. Ein Hauch von Tartarenwüste liegt über dieser im Landesinneren gestrandeten Mischung aus Hafen und Festung.
Streifzug durch die Camargue
Die schwer zugängliche Camargue ist eine Welt für sich – eine herbe Natur, Landschaften von diffuser Schönheit und Einwohner, die tief mit ihrer Heimat verwurzelt sind. Um ein Gefühl für die eigentümliche Poesie zu bekommen, die von dieser zweideutigen Landschaft ausgeht, in der Land und Wasser gleichermaßen präsent sind und deren Farben sich ständig wandeln, sollte man das Scamandre-Naturschutzgebiet besuchen. Das 215 Hektar große Gebiet im Herzen des von den Seen Étang du Scamandre und Étang du Charnier gebildeten Feuchtgebiets bietet Gelegenheit, sich mit Kulturerbe und Naturschutz in der Camargue vertraut zu machen. Ringsum erstreckt sich das größte Schilfgebiet Europas. Bei einer Wanderung auf dem teilweise auf Stegen angelegten Weg offenbaren sich dem Besucher die verschiedenen Gesichter der Camargue – Brackwasserseen und Schwemmland-Wiesen, deren dürftiger Bewuchs ausreicht für Stiere und Wildpferde. Ansonsten sind wir hier im Vogelparadies: Kuhreiher, Rallenreiher, Nachtreiher, Graureiher, Seidenreiher, Rohrdommel (mit einer Stimme, die der eines Stiers in nichts nachsteht). Außerdem trifft man hier Mittelmeer-Laubfrösche, Rote Amerikanische Sumpfkrebse und Biberraten an, sowie europäische Sumpfschildkröten, die in der Camargue einen ihrer letzten großen Lebensräume haben.
Praktische Hinweise
Reiseplanung
Fremdenverkehrsamt Aigues-Mortes
Hotel-Restaurant Villa Mazarin
35 boulevard Gambetta
30220 Aigues-Mortes
Tel.: + 33 (0) 4 66 73 90 48
Charme und Ruhe herrschen in diesem Luxushotel, das aus einem historischen Gebäude und einem modernen Erweiterungsbau besteht: Schattiger Innenhof, großer Pool und Spa. Das Restaurant bietet ambitionierte Gourmet-Küche, auch wenn manche Gerichte, wie zum Beispiel unsere etwas trockene Quinoa-Polenta, noch perfektioniert werden können. Am nächsten Morgen dagegen ist man dann wirklich im siebten Himmel, bei einem der besten Frühstücke des Jahres 2012.
Zimmer ab 120 €.
Bäckerei/Patisserie Olmeda
19 avenue de la Liberté
Tel.: + 33 (0) 4 66 53 66 77
Ausgezeichnete Adresse mit traditioneller Fougasse au sucre, einer lokalen Spezialität.
Centre de découverte du Scamandre
Route des Iscles - Gallician
30600 Vauvert
Tel.: + 33 (0) 4 66 73 52 05
Metzgerei Maeva
15 rue Emile Zola
30740 Le Cailar
Tel.: + 33 (0) 4 66 88 01 24
Bei dem hervorragenden traditioneller Metzgermeister Hussein Saïd findet man insbesondere das ganze Jahr über Stierfleisch. Siehe auch unser Artikel bei Michelin Restaurants.
Manade Saint-Louis und Fremdenzimmer
Mas de la Paix
30220 Aigues-Mortes
Eine der schönsten Manades (Zuchtfarm für Stiere und Pferde), um sich mit allen Aspekten der traditionellen Stierzucht vertraut zu machen, bevor man sich zu Tisch setzt.
Mas le Machou
30740 Le Cailar
Tel.: + 33 (0) 6 14 59 67 05
Willkommen am Ende der Welt. Die Straße verwandelt sich in eine Sandpiste und schließlich in einen einfachen Weg zwischen Manades, Pferden, Stieren und Wiesen soweit das Auge reicht. So gelangt man zu dieser ehemaligen Schäferei aus dem 19. Jh., die in den 1950er Jahren von dem legendären Stierzüchter und Kunstsammler Jean Lafont in ein Wohnhaus umgewandelt wurde. In den 1960er Jahren war Le Machou ein beliebter Treffpunkt des Jetsets. Mitglieder der Familie Kennedy, Alain Delon und Romy Schneider waren dort zu Gast. Heute ist Le Machou ein Ort des Rückzugs, wo Schweigen Gold ist. Zwei Zimmer: „Ma Cabane“, ein kleines Holzhaus mit Badezimmer, etwas abseits gelegen; und die Suite „Bandido“, ein großes Schlafzimmer und ein Salon.

Français
English
Español
Italiano
